1.3 Notizen aus der Geschichte

Kurhannoversche Landesaufnahme aus dem 18. Jahrhundert
1290 September 20.
Heinrich von Ohsen bekundet, von dem Moritzstift in Hildesheim das Gut Esperde (officium in Eversforde) mit allen Rechten auf zehn Jahre gegen eine jährliche Pacht von viereinhalb Bremer Mark erhalten zu haben. [i]
1333
Lehnsregister des Abtes Konrad von St. Michael in Hildesheim:
Herr Hermann von Bernrode zwei zinspflichtige Hufen in Spiegelberg und einen Hof und eine zinspflichtige Hufe in Esperde und eine Kothstelle. [ii]
1349 März 20.
Das Moritzstift trifft Bestimmungen über die Verwaltung des Amtes des Kellners: Aus der Villikation Esperde erhält der Kellner aufgrund des Kellneramtes absolut nichts, sondern sie soll nach dem Tode unseres Herrn Propstes an das Kapitel zurückfallen. [iii]
1354 Juli 22.
Ritter Friedrich Schultheiss und seine Söhne nehmen das Amt (= Gut) Esperde vom Dekan und Kapitel des Moritzstiftes von Hildesheim zu Lehen. [iv]
1354 November 11.
(to sinte Martines daghl des hilygen biyscopen)
Die Gebrüder Diedrich und Hermann von Gronyngh (Groningen) verpfänden den Knappen Diedrich und Arnd Hake, Gebrüdern, ihren Hof mit zwei Hufen Landes zu Eversforde (Esperde) um 20 Mark Hamelscher Witte und Wichte.
Aus dem Hastenbeck`schen Copialbuch des 18. Jahrhundert in der Bibliothek des Kgl. Oberlandesgerichts zu Celle. [v]
1356 Mai 19.
Vor dem herzoglichen Vogt in der Stadt im gehegten Ding tragen die Bürger Gebrüder von Groningen 2 Höfe zu Esperde den Gebrüdern Hake, Knappen auf.
Wy Rovemeyger voghet und richtere to Hameln des dorluchtighn vörsten hertoghen Ernestes von Brunswig Hartung von Elesse knape, Bertold Hornemule und Henrick von Lemego börghere to Hameln, dinglude, bekennet in düssen breve under usen inghesegheln und betüget openbar, dat vor ös in eyneme ghehegherden richt Dyderick und Herman brödere gheheten van Gröningen borghere to Hameln und vor Salme, öre moder, ieten tw hore to Eversworde mit allen rechte und aller slachtennut Dydericke und Arnde brödere gheheten Haken, knapen und ören rechte nerven, van den se dad gut to lenx hadden ghehad, und vortighet dar des ghudes, erves und liftucht mit hande und mit munde, mir achtene, ordeln und vorsprechen, und vorwillekorden sech das vor os in gherichte, dat se noch öre rechten erven noch neymand van öre weghene an dat gud, erve und liftucht jenigherleyghe ansprache mer don scölen jenighe wis also ordel und recht utwisten. Düsse brev is ghegheven na godes bort dritteynhindert jar in den sesten jare boren viftig des donersdaghes na den sondaghe wa? men singhet jubilate.
Wir, Rovemeyger, Vogt und Richter zu Hameln, des durchlauchtigsten Fürsten, Herzog Ernst von Braunschweig, Hartung von Elesse, Knappe, Bertold Hornemule und Heinrich von Lemgo, Bürger zu Hameln, Gerichtsleute, bekennen in diesem Brief unter unserem eigenhändig Siegel und bezeugen offenbar, dass vor uns in einem gehegten Gerichte Dietrich und Hermann Gebrüder, geheißen von Groningen, Bürger zu Hameln und Frau Salme, ihre Mutter, lassen zwei Höfe zu Eversworde (Esperde) mit allen Rechten und aller Zubehör Dietrich und Arnd Gebrüder, geheißen Haken, Knappen, und ihren rechten Erben, von denen sie das Gut zu Lehen haben gehabt, und vorzeitig gar des Gutes Erben und Leibzucht mit Hand und Mund mit Achtung, Ordnung und Versprechen und verpflichten sich da vor uns im Gerichte, dass sie noch ihren rechten Erben noch niemand von uns weggeben und das Gut Erbe und Leibzucht jeglichen Anspruch .................................... also Ordnung und Recht ausweisen. Dieser Brief ist gegeben nach Gottes Geburt 1300 Jahr im sechsten Jahr über fünfzig, des donnerstags nach dem Sonntage, wenn man singet Jubilate.
Aus dem Hastenbeck`schen Copialbuch des 18. Jahrhundert in der Bibliothek des Kgl. Oberlandesgerichts zu Celle.[vi]
1359
Die im Erbzinsverzeichnis erstmalig genannte Mühle in Esperde (curia molendinis) war dem Marienaltar auf dem Moritzberg jährlich sechs Schillinge schuldig.[vii]
1359 Juni 23.
dat ammecht to Eversforde to to rechteme ervenlene mit luden, mit gude, mit tynse, mit voghedye, mit allerslachten mit in dorpe und in velde unde mit allem rechte ane ses schillinge gheldes, dede ghat van erre molen.
Das Moritzstift belehnt Arnd Hake und Heinrich von Volksen mit dem Amt Esperde außer sechs Schilling Rente das Amt zu Esperde mit der richtigen Erbenlinie mit schlechten und mit guten Eigenschaften, mit Zinsen, mit der Vogtei, mit allen Rechten im Dorfe und im Felde und allen Rechten, ohne die Bezahlung der sechs Schilling, die die Mühle an den Marienaltar bezahlen muss.[viii]
1378 Juni 13.
Arndt Hake verkauft seinen Brudersöhnen Ernst Dietrich und Heinrich seinen Anteil des Amtes (Gutes) Esperde, wie er ihm vom Moritzstift zu Lehen erhielt, für 90 Hamelner Mark Silber.[ix]
1380 August 2.
Abt Bodo des Michaelisklosters belehnt Arnold von Haversrode und beleibsüchtigt dessen Frau Ilsebe mit dem Leibgut in Esperde für den Fall des Ablebens der Inhaberin, der Frau von Barienrode.[x]
1389 März 20.
Bischof Gerhard von Hildesheim und Abt Hermann vom St. Michaelisklosters in Hildesheim entscheiden einen Streit des Moritzstiftes mit den Haken wegen des halben Amtes zu Esperde.[xi]
1392 August 19.
Lenert von Volkersheim beleibzüchtigt seine Frau Ilsebe mit der Hälfte des Teiles des Gutes zu Esperde, das er und sein Bruder Wylke vom Propst des Moritzstiftes vor Hildesheim zu Lehn haben.[xii]
1395 November 17.
Wahlkapitulation (Wahlversprechen) des Lippold von Steinberg als Propst des Moritzstiftes: Ferner werden wir die Villikation in Esperde, welche zur Kellerei unseres Stiftes gehört, den Knappen Heinrich von Volkersen und Arnold Haken und ihren Erben zu Lehen geben, sobald und sooft wir darum von ihnen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit gebeten werden. Darüber hinaus werden wir sie nicht verlehen, sondern wir werden erlauben, daß sie frei zur Kirche zurückkehren und nur zu deren Nutzen verwendet wird.[xiii]
1406 Mai 17. (des Mandages darna, alseme singet .......... vocem jucunditatis)
Lippold von Steinbergen, Propst des Moritzstiftes vor Hildesheim, bekennt Ilsebe, die Frau des Lenhard von Volkersheim mit dem halben Amt Esperde beleibzüchtigt zu haben.[xiv]
1428 Oktober 16. (in Sunte Galle dage)
Wilhelm und Heinrich, Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, nehmen das Amt (Villikation) des Moritzstiftes in Esperde und seinen Knecht, der dort das Gericht hält und den Gütern des Stiftes vorsteht in ihren Schutz. Dafür soll das Stift den Herzögen oder ihren Amtleuten in Ohsen jährlich zu Michaelis ein lübisches Pfund Pfennige schenken.17
1456 August 20. (am dem fridage na unser leven fruwen dage assumptionis)
Bernhard II, Bistumsverwalter von Hildesheim, vermittelt einen Vergleich zwischen dem Moritzstift vor Hildesheim und den Grafen Gerd, Johann und Bernd von Spiegelberg wegen der Vogtei und des Gericht halten zu lassen. 17
1461 März 9. (Mandage na dem Sondage oculi)
Ernst, Bischof von Hildesheim, schlichtet einen Streit zwischen dem Moritzstifte vor Hildesheim einerseits und Heinrich, Hermann und Dietrich, Brüder und Vettern, die Haken anderseits wegen Beeinträchtigung von Gütern des Stiftes im Amt Esperde. 17
1463 Juli 8. (des Fridages vor Margarethen)
Dietrich, Dekan und das Kapitel des Moritzstiftes vor Hildesheim bekennen, daß Barteld Zelleken und seine Nichte Greteke auf dem Gericht zu Esperde eine Hufe Land auf dem Felde zu Esperde mit Zustimmung des Kapitels, Ilseke Detharts und ihren rechten Erben für 37 rheinische Gulden überlassen haben.
Diese Auffassung ist vor dem Gericht des Stiftes zu Esperde geschehen. 17
1484 April 21(am mydweken in ...........paschen)
Der Officiarius Tilman Soteroke erhält jährlich 5 Gulden Rente = Zinsen vom Kirchengut Eversforde (Esperde) denen er 100 Rheinische Gulden geliehen hat.
Original Dep. Hameln 324. Mit Siegel[xv]

Beschwerde wegen Ausrottung des Erbholzes
Anno 1554 – 58 Einheimische Registratur
Grohnde Nr. 14
Beschwerde der Dorfschaften Esperde und Bessinghausen gegen die Einwohner von Börry wegen Ausrottung ihres Erbholzes „die Haselburg“ genannt, ferner über Christoph von Münchhausen, Dietrich von Hake und den Vogt zu Hameln, wegen unrichtig gezogener und begangener Schnede. (Grenze)
Dabei: Recess zwischen Esperde und dem Inhaber des Amtes Grohnde Jörg von Holle wegen Leistung der Dienste und Benutzung der Haselburg.

Die Bevölkerung Calenberg-Göttingen 1585
1728 August 10
Im Nds. Staatsarchiv, Außenstelle Pattensen, befindet sich eine Original Urkunde, auf Pergament beschrieben, mit dem folgenden Text.
Wir Dechand, Senior, Scholaster, und sämbtliche Capitulares des Stiffts Sancti Mauritii Bergs vor Hildesheimb.
Vor uns und unsere Successoren (Nachfolger). Hiermitt thuen öffentlich Kundt undt Bekennen, Nachdem Uns Cordt Schütten zu Esperde, Ambts Grohnde Churfürstenthumbs Braunschweig Lüneburg wohnhaft, umbständtlich zu gekennen gegeben, welcher gestalten sein, nunmehro abgelebter Vatter Hinrich Schütte Anno 1690 den 3lten Octobris praestitis praestandis (Zinsleistung erbracht) zeit lebens zu unserer Hägerschen oder Erbenzinßman angenommen, undt den so genandten Schütten Hoff daselbsten, wovon alljährlichs Ein Huhn, item (ferner) Hofzinße drey Hüner, drey Stiege Eyer, undt Ein Mariengroschen, wie auch Von Vier an sich Habenden Morgen Erbenzinß Ländereyen, in den a 3 den ad Revistium Nostrum ( nach Überprüfung) in esperde Zu entrichten gehören, in ruhigen Besitz undt Genuss gehabt, nach Tödtlichen Abtritt sollhahnen Schütten Hoff nebst denen dazu gehörigen Appertinentien (Anhang), zum Kindtlichen Antheil unter anderen ihm Cordten Schütten, alß dessen eheleiblichen Sohne Vermacht, und Erblich verlassen habe, deswegen er Uns flehentlich gebetten, daß wir darin consentieren (zustimmen) undt ihn Zu unseren Hägerschen, oder Erbenzinß Man dieser güter Halber wieder einthun mögten, Wan Wir nun ihm Heerin gerne gewillfahret, auch hiermitt, undt Kraft dieses Briefes, wie solches zu Recht am beständigsten geschehen soll, Kann, oder mag consentieren (zustimmen). Alß nehmen Wir ihn Cordt Schütten Vor Unseren Echten undt rechten Hägerschen Mann an. Also, undt dero Gestalt daß Er undt Seine Erben nach Arth undt Gewohnheit solcher Güter sothanes Vatterliches Guth mit allen Recht und Gerechtigkeiten, So lange er undt seine Mittbrecherben, Uns undt Unseren Sbcussoren (Nachfolger) die Jährliche Pension davon entrichten werden, Zu Seiner, undt ihres Bestes, besitzen und gebrauchen sollen und mögen.
Wir undt Unsere mitt Beschriebene wollen ihn undt seinen mitt Berührten dessen, So wie wir darzu Von rechtswegen schüldig, undt Von Uns erfordert wirdt, Jedwer undt gewehren seye. Alles getreulich und ohne Gefährde.
Deßen Zur Urkundt, undt mehrer Beglaubung haben wir diesen Brief mit Unserem Kirchen Insiegel wißentlich Bedrucken laßen.
Actum in Domo Capitulari Nohtra auf Sancti Mauritii den 10ten Augusti 1728
Nach Überprüfung der Kopfsteuerbeschreibung von 1689 kann es sich hier nur um den Köthner Hinrich Schütten, Nr. 17, der 15 Morgen Land bewirtschaftete, sowie Drechsler und Krüger (Gastwirt) war, handeln.
Das Stift Sankt Moritzberg vor Hildesheim setzt seinen Sohn Cordt Schütten, mit allen Pflichten und Rechten, auf dem Anwesen seines Vaters ein.
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Nachrichten wegen Streitigkeit des Pflügens am Waldweg, welches vor Sporleders Lande herauflieget.
Bey meinen Antritt 1775 fand ich, daß Sporleder nicht auf diesen Stück Land umwand, sondern auf seinen Land einen Vorrath pflügte, als Christoph Sporleder starb, pflügte der jetzige Conrad Sporleder den Vorrath nach und nach weg, und wand zuletzt mit dem Pfluge auf diesem Land um, weil ich nicht gerne Streitigkeit machen wollte, und er versprach mir keinen Schaden zu thun, so dauerte solches einige Jahre hin, bis er das Umwenden immer weiter trieb. Darauf ließ ich es ihn durch den Bauermeister Ernst Falke verbieten, er achte solches nicht und sehe dieses Umwenden auf dem Stück Land als sein Recht an.
Darauf ging ich nach Grohnde und holte einen Achtsmann Wilhelm Zeddies aus Latferde, welcher ihm verboth, daß er nicht befugt wäre auf meinem Land zu kehren, sondern auf dem Seinigen bleiben müßte. Sporleder wollte dieses nicht annehmen. Am anderen Tag, da ich schon wieder nach Grohnde gewesen war, so kam er zu mir und sagte: Es könne wohl nichts helfen, daß wir nach dem Amte gingen, er wollte von meinem Lande bleiben und einen Vorrath pflügen und die gehabten Kosten bezahlen.
Welches ich willigte.
Dieses ist geschehen am 19ten Maj 1801
Das Original des Protoc hat Johann Heinrich Brockmann in Verwahrung genommen
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2tes Infantrie-Regiment Calenberg
2tes Bataillon 3te Companie
Abrechnung
Des am 4. November 1830 zu Großenberkel auf Urlaub verstorbenen Soldaten Heinrich Conrad Schmalkuche aus Esperde, Amt Grohnde.
Das Guthaben betrug 2 Reichsthaler, 23 Mgr.
Seine Mutter hat den Empfang bescheinigt.
Grohnde, 27. November 1830
Unterschrift[xvi]
[i] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 3, S 457, Nr. 887
[ii] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 5. S 723, Nr. 1336
[iii] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 5. S 177, Nr. 326
[iv] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 5. S 330, Nr. 559
[v] Urkundenbuch Hameln S 341, Nr. 455
[vi] Urkundenbuch Hameln S 356, Nr. 471
[vii] Nds. Jahrbuch 1978, S 145
[viii] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe Bd. 5, S 518, Nr. 839
[ix] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd. 6, S 215, Nr. 321
[x] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd. 6, S 287, Nr. 417
[xi] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 6, S 600, Nr. 886
[xii] Urkunde Buch Hildesheim Bd. 6, S 757, Nr. 1125
[xiii] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Bd 6, S 868, Nr. 1338
[xiv] Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim und seiner Bischöfe, Abschnitt 5, Register für Esperde, Nr. 67
[xv] Hamelner Urkundenbuch 1423, Nr. 115, Seite 71
[xvi] Nds. Staatsarchiv Hannover 74, Hameln 490