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1.6 Notizen von Conrad Grove ab 1833

Aufgeschrieben von Conrad Grove, geb. zu Esperde, den 27ten August 1824

 

Große Veränderungen, welche vorgegangen sind in der Gemeinde Esperde und der Groveschen Köthnerstelle Haus Nr. 48 zu Esperde.

 

1833

Die Esperder Holzung ist weidefrei gemacht, da die Bessinghäuser eine Abfindung von Grund und Boden erhalten haben, was jetzt Blankweide heißt, woselbst die Teilungen verlegt worden sind.

 

2ten Januar 1838

Der Zehnte ist abgelöst worden. Das Ablösungskapital der Gemeinde Esperde hat 22200 Taler betragen.

 

1842    Der Anger oder die Gemeinheit ist geteilt.

 

1862    Der Herrn Hafer, 30 Malter und 1 Himpten, sind von der Gemeinde Esperde abgelöst.

 

1865    Michaelis

Die Verkopplung oder Umtauschung der Ländereien, Veränderungen der Wege und Gräben ist zu Ende gekommen, welches die Gemeinde Esperde 13000 Taler gekostet hat.

 

Vorstehende Papiere sind bei dem Gemeindevorsteher in Esperde zu finden.

Das Gemeinde Schulhaus ist im Jahre 1873 gebaut. Im Jahre 1880 ist die Kirche ausgebaut. Die Baukosten betrugen 6000 Taler. Aus der Klosterkasse kamen 4000 Taler zu 4 % Zinsen und 2 % Abtrag, woselbst das Kapital mit dem Jahr 1908 erlöscht. Die Pflichten welche jeder Einzelne an den Pfarrer zu Niederbörry geben mußte sind alle abgelöst. Das Kapital verwalten die Kirchenvorstände der Gemeinde Esperde. Die Zinsen des aufkommenden Kapitals erhält jährlich der Pfarrer zu Niederbörry. Der Ablösungsregress ist bei dem Gemeindevorsteher zu Esperde zu finden.

 

Veränderungen der Groveschen Köthnerstelle Nr. 48 zu Esperde.

 

Herrendienst und Korngefelle sind am 16ten Oktober 1843 abgelöst, dafür haben selbige müssen zahlen. 138 Taler, 20 Gutegroschen und 7 Pfennig Kirchengeld ist abgelöst am 31ten März 1868. Dafür haben selbige zahlen müssen 13 Taler, 13 Gutegroschen und 6 Pfennige. Der Garten worauf das neue Haus Nr. 48 steht und ein Holzteil von 3 Morgen, 91 Ruten sind angekauft von der Falkeschen-Köthnerstelle Nr. 49 zu Esperde. Der Verkauf fand am 1ten Juni 1875 statt. Dafür ist mit allen Michaelis 1877 700 Taler bezahlt.

In diesen Jahren sind die Mark in Norddeutschland statt unserer früheren Geldmünze, in Geltung gekommen.

 

1 Taler sind 3 Mark

1 Mark sind 100 Pfennig,

1 Taler sind 300 Pfennig,

1 Silbergroschen oder 10 Pfennig

           

Die Scheuer ist 1856 gebaut, das Backhaus 1857, welche Gebäude nun nicht auf der Grenze stehen.

Am 29ten Juli nachmittags 1Uhr brach Feuer aus in unseres Nachbars Hause Nr. 50 bei Heinrich Grupe. Worauf unser Haus, welches im Jahre 1729 von Jobst Hinrich Grove gebaut war, vom Feuer ergriffen und an demselben Tage zum Schutthaufen wurde. Wodurch wir genötigt wurden mit jemand in ein anderes Haus zu ziehen, daß wir ein anderes Haus konnten aufbauen. Unser Quartier haben wir am 29ten Juli 1876 bis 2ten August 1877 gehabt bei Heinrich Brockmann    Nr.18, woselbst wir wieder konnten in unser neues Haus einziehen.

 

Baumaterialien zum neuen Haus haben wir bezogen:

           

            Die Steine der Grundmauern aus Kirchbrack aus dem Fundlauschen Steinbruche. Das Holz haben wir bezogen von den Holzhändler Ludwig Göhmann aus Heien selbiges ist weggeholt; von der Weser das Tannenholz, das Eichenholz von Linse, von Sievershagen, von Börry, von Emmern und aus den Schwarzen Lande. (bei Wickensen)

Die Dachsteine haben wir bezogen aus Buchhagen an den Groveschen Steinbruche. Die Backsteine haben wir bezogen von Reese aus Hameln, die Lemsteine haben wir bezogen aus Bessinghausen.

Selbige Baumaterialien herbei zu schaffen haben sich beteiligt:

 

 

Die bespannten Meier

 

 

Die bespannten Köthner

1.

Wittwe Göhmann

 

1.

Ernst Gödecke

2.

Heinrich Göhmann

 

2.

Conrad Brinkmann

3.

Carl Daus

 

3.

Georg Beye

4.

Friedrich Grupe

 

4.

Friedrich Kohlenberg

5.

Georg Gerling

 

5.

Conrad Sagebiel

6.

Wittwe Grave

 

6.

Wilhelm Düvel

7.

Conrad Vespermann

 

7.

Wittwe Hölscher

8.

Wilhelm Sporleder

 

8.

Heinrich Düvel

9.

Friedrich Schmalkuche

 

9.

Christoph Kohlenberg

10.

Wilhelm Falke

 

10.

Georg Sporleder

11.

Wilhelm Sporleder

 

11.

Friedrich Beye

12.

Friedrich Brünig

 

12.

Friedrich Schmalkuche

13.

Müller Julius Grupe

 

14.

Wilhelm Düvel

15.

Heinrich Heise

 

16.

Heinrich Brockmann

 

Aus Heyen:

Ludwig Battmer, Friedrich Sehlmeier und Ludwig Göhmann.

 

Die Maurerarbeit ist verfertigt von Christian Pardey, Wilhelm Weper und Handlanger Conrad Fricke aus Börry.

 

Die Zimmerarbeit ist verfertigt von Zimmermeister August Eilert.

1. Heinrich Eilert       

2. Heinrich Eilert       
3. Friedrich Eilert     
4. Heinrich Fabert

5. Heinrich Fabert sein Sohn. Alle gebürtig aus Dohnsen.

Die Dachdeckerarbeit ist verfertigt von Christoph Flentje und Eilert aus Dohnsen.

Die Tischlerarbeit ist gemacht von Tischler Christian Götze und Friedrich Götze aus Esperde.

Die Schlosserarbeit ist gemacht von Bechendorf aus Salzhemmendorf.

 

Betrag der Arbeit und sonstige Arbeiten.

Maurer

690,00

Für Dachsteine

378,00

Zimmerleute

519,96

Für Backsteine

330,08

Dachdecker

107,60

Für Lemsteine

  60,00

Tischler

330,00

König, für Dielen

  57,05

Schlosser

108,00

Auf der Sägemühle

  12,71

Für Bauholz      

3063,97

Für Branntwein

128,00

Für Mauersteine

  98,00

Sonstige Ausgaben

915,81

 

Zusammen Summa     6798 Mark und 88 Pfennig

 

Die zwei Kinder der Wittwe Grove: Wilhelm ist krank, daß er die Stelle nicht annahm und so hat Friederike die Stelle angenommen und hat auf die Stelle Nr. 48 in Esperde geheiratet den August Ricke aus Dohnsen, Amt Eschershausen. Die Verschreibung ist am Gericht zu Hameln gewesen den 15ten August 1883. Die Zusammenschreibung vor dem Standesamt, den 6ten November 1883. Die Kirchliche Heirat den 8ten November 1883.

 

Friederike Ricke war die Großmutter von Frau Gertraut Behrens geb. Köhler, aus Coppenbrügge, die freundlicherweise die Original-Aufzeichnung zur Verfügung gestellt hat.