1.7 Juden in Esperde
Gerhard Schramm
Gesuch des Schutzjuden Israel Schloß aus Börry 1824 an die Königliche Großbritanische-Hannoversche Landesdrosterey, über das Amt Grohnde, daß sein Sohn Nathan Schloß den Schutz auf Esperde erteilt wird. Israel Schloß hat um 1800 in Esperde gewohnt und sein Sohn Nathan ist hier auch geboren.
Nathan Schloß würde mit Ellenware und sonstigen Erzeugnissen handeln. Der Vater steht mit seinem guten Leumund als Bürge zur Verfügung.[31]
Da in den Akten nur Schutzjuden aufgeführt sind, fällt es schwer, andere jüdische Mitbürger ausfindig zu machen.
Der Jude Moritz Sostmann hat 1855 die Köthnerstelle Nr. 42 (in Wittkopps Garten, unterhalb von Werner Schramm) gekauft, aber schon 1860 das Grundstück an Wilhelm Schütte Nr. 10 wieder verkauft.
Er wird sicher weiter in dem Haus gewohnt haben, denn bei der Verkopplung 1865 war er Bevollmächtigter der Israelitischen Gemeinde die an der Uferböschung der Ilse, an der Brücke am Papensteg, 200 m² Land für einen Friedhof erhielt. Er beschwerte sich, dass bei Hochwasser der Platz leicht überflutet wird. Nachfragen ergaben, dass vor 1930 keine Grabstellen mehr vorhanden waren.[32]