3.4 Die Kirchenglocken
Margret Schacht
Die älteste Glocke war die Läuteglocke mit der Inschrift: Julius Gödecke, Dortmund, 1487.
Sie soll 622 Pfund gewogen haben. Am 19. September 1917 musste der Schmiedemeister Heinrich Winter schweren Herzens die schöne, alte Glocke abnehmen. Sie wurde der Munitionsherstellung zugeführt.
Am 10. Jan. 1784 ist die hiesige große Glocke beim Betglockenschlagen von der starken Kälte geborsten. Am Marienfeste des Jahres 1788 ist die umgegossene Glocke zum ersten Male geläutet. Sie war von dem Glockengießer Becker umgegossen, bekam aber nach 14 Jahren wieder Risse und fiel zuletzt zerbrochen auf den Boden. Im Jahre 1812 hat die Gemeinde diese Glocke wieder umgießen lassen. Von dem Glockengießer Heinrich-Adolf Bock aus Einbeck. Gleich wurden 40 Reichstaler und im folgenden Jahr 1813 wieder 40 Reichstaler bezahlt. Die Glocke wurde am 26. Juni 1812 auf den Turm gebracht und am 28 Juni zum ersten Male geläutet. Die Glocke wiegt 10 Ztr. und 32 Pfund. Um diese Zeit wurde die kleine Schlagglocke, 120 Pfund schwer, ebenfalls von der Gemeinde angeschafft.
Im September 1917 ist die oben beschriebene Glocke abgegeben. Anfang der zwanziger Jahre ist nach einer großen Sammlung eine neue Glocke angeschafft worden. Unglücklicherweise zerbrach im Frühjahr 1931 auch diese Glocke. Der Ersatz wurde von der Firma Schilling in Apolda gegossen und am 3. Juni 1931 von den Schulkindern feierlich geschmückt eingeholt.
Die politische Gemeinde Esperde hat sich mit 600 Mark beteiligt.

Die neue Glocke 1931
Wieder musste im zweiten Weltkrieg eine Glocke abgegeben werden. Wir sehen sie auf dem Bild, wie sie sich noch einmal stolz vor ihrer Kirche präsentiert.

Kirchenglocke 1943 vor der Abholung
Ab 1950 gingen Pastor Welz und der Kirchenvorstand von Haus zu Haus und sammelten Geld für eine neue Glocke. Jeder gab gern, soviel wie er für diesen Zweck bereit hatte. Es sollte auch als Dank für die Soldaten sein, die aus dem Krieg wieder in die Heimat zurückgekehrt waren und zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten.
1951 war es soweit; blumenbekränzt wurde die neue Glocke vom Ortseingang eingeholt. Wir Schulkinder sagten Gedichte auf und sangen Lieder. Kräftige, geschickte Männer zogen die Glocke auf den Turm. Das erste Schauer wurde am Sonntag mit der neuen Glocke allein geläutet zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermißten.
Auf der Glocke ist zu lesen:
Herr Gott du bist unsere Zuflucht für und für.
Unseren Gefallenen und Vermißten des 2. Weltkrieges
Die Gemeinde Esperde
Auf der Rückseite:
Bockenem im Harz
1951