4.4 Wegebesserungen in der Gemeinde Esperde
1. Auf dem Kommunalwege nach Bessinghausen sind von der Grenze an auf etwa 100 m Länge, 25 cbm Steinschlag zur Ausbesserung ordnungsgemäß zu verbauen und mit 5 cbm Bindematerial festzuwalzen.
2. Zur Aufnahme und Fortführung des Tagewassers sind neben dem Schütteschen Garten und dem Beyeschem Hofe entlang etwa 200 lfdm gepflasterte Gossen herzustellen.
3. Die Straßen im Ort sind häufiger zu reinigen und abzuschlämmen und ist der Schlamm jedesmal sofort zu beseitigen.
4. Im übrigen sind Gräben, Gossen und Kanäle stets offen und rein zu halten.
Grohnde, im Oktober 1911
Müller, Wegemeister
Esperde, d. 23. Juli 1911
Gesuch des Vollmeiers Wilhelm Sporleder zu Esperde,
betreffend
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Verbreiterung einer Dorfstraße
Auf der Gemeindeversammlung vom 8. Juli d. J. wurde der Unterzeichnete mit seinem Antrag ”Verbreiterung einer Dorfstraße” abgewiesen.
Die Dorfstraße ”im Winkel” ist eine der gefährlichsten Stellen im Dorfe. Es treffen auf einen sehr beschränkten Raum, 3 Wege und 2 Auf- und Abfahrten von 2 größeren Höfen zusammen. Die Straße ist an der gefährlichsten Stelle etwa 4 m breit, so daß sich 2 Wagen nicht begegnen können. Dazu ist die Straße beiderseits von einer hohen Mauer eingefaßt und nach ihrer letzten Ausbesserung sehr abschüssig geworden.
Durch den Neubau des Schneidermeisters August Spier (Nr. 29) ist ein Ausweichen auf dessen Hof unmöglich geworden. Verschiedentlich sind in dieser Straße im Laufe der Jahre Kinder mit knapper Not einem Unglück entgangen.
Der Unterzeichnete erlaubt sich, hierdurch die Bitte ganz gehorsamst vorzutragen:
Königl. Landratsamt wolle doch eine geeignete Persönlichkeit nach hier entsenden, die die Richtigkeit meiner Angaben prüft und sich von der Notwendigkeit der Verbreiterung dieser Straße überzeugt.
Wilhelm Sporleder
An den Königlichen Herrn Landrat
zu Hameln
nach örtlicher Prüfung mit dem Berichte wieder vorgelegt, daß die Beschwerde des Vollmeiers Sporleder tatsächlich voll und ganz begründet ist. Wie aus der anl. Skizze ersichtlich ist fragliche Wegstrecke, dessen schmalste Stelle nur 4,40 m Breite aufweist, ein sogenannter Hohlweg mit zu breiten Seiten senkrechten Futtermauern von 1,1 bzw. 1,6 m Höhe, dazu kommt, daß dieser Weg von der Landstraße Börry-Esperde aus gleich mit starkem Gefälle anfängt – etwa 1 : 15, so daß diesem Übelstande nur durch eine Verbreiterung und zwar nach dem Kohlenbergschen Grundstück zu erfolgreich abgeholfen werden kann. Gemäß der Skizze müßte nach meinem Dafürhalten, unter Berücksichtigung der Örtlichkeit, der Weg auf der schmalsten Stelle eine Breite von mindestens 7,0 m erhalten und nach der Landstraße zu gut kurvenmäßig auslaufen. Nach Rücksprache mit dem Herrn Gemeindevorsteher Schütte, Esperde hält auch dieser fragl. Verbreiterung für durchaus notwendig.
Der Köter Heinrich Kohlenberg hat sich ausweislich der anl. Erklärung verpflichtet den erforderlichen Grund und Boden zur Verbreiterung des Weges zum Preise von 75,00 Mark per R herzugeben, vorausgesetzt, daß die Gemeinde seine alte Mauer dann nach Ausführung der Verbreiterung, wieder durch eine neue Mauer ersetzt. Dieses ist meines Erachtens ein sehr günstiges Angebot für die Gemeinde.
Ferner hat sich der Antragsteller Sporleder erboten die noch erforderlichen Mauersteine zur Kohlenbergschen Mauer unentgeltlich zu fahren und der Anlieger Vollmeier Fr. Schmalkuche, Schwager des Sporleder, will wie Sporleder sagte, sich mit einem größeren Geldzuschuß an die Gemeinde gleichfalls beteiligen.
Der Wegemeister
i. V. Wilke

Skizze zum Antrag auf Verbreiterung der Dorfstraße