5.3.11 Schlachterei Heinemeyer
Gerhard Schramm
Im Jahr 1927 baute der aus alteingesessener Schlachterfamilie stammende Hermann Heinemeyer ein Wohnhaus, mit Schlachterei und Stallungen, wo er sein Handwerk ausübte. Viehhandel in weiten Teilen des Weserberglandes war das zweite Standbein. Nach 5 Jahren verstarb er an einer heimtückischen Krankheit. Seine Ehefrau Mathilde Heinemeyer, geb. Samuel, führte das Geschäft weiter bis 1936. Nun wurde der Betrieb verpachtet und kriegsbedingt 1940 geschlossen.
Bei größeren Einquartierungen oder Neuaufstellungen von Truppenteilen im Zweiten Weltkrieg wurde das Schlachthaus als Gemeinschaftsküche genutzt. Ebenso wurde hier für die ankommenden Flüchtlinge gekocht.
Der Schlachtermeister Alfred Schaper führte die wiedereingerichtete Schlachterei bis 1950, es folgten: Bis 1953 Albert Kertzinger und Walter Oblasser bis 1957. Durch die starke Minderung der Dorfbevölkerung im Ilsetal war keine Existenzgrundlage mehr gegeben und die Schlachterei wurde aufgegeben.

Pfingstochse 1934
Unser Bild zeigt den Pfingstochsen 1934. Der Pfingstochse wurde grünbekränzt ein paar Tage vor Pfingsten, durch das Dorf geführt, um den Einwohnern die gute Qualität des Tieres und somit des Rinderbratens zu zeigen.
Auf dem Bild von links: Schlachter Emil Schlott, ein Melker aus Heyen, der sich für seinen Pflegebullen extra seinen guten Anzug angezogen hat. Nebenstehend der Schmiedemeister Gerhard Schramm. Hinter dem Gartenzaun die Betriebsinhaberin Mathilde Heinemeyer.