5.3.3 Die Schneider
Gerhard Schramm
Nachweislich war Heinrich Lange Nr. 55 Schneidermeister. Er hat seinen Beruf bis etwa 1890 ausgeführt. Der Schneidermeister Heinrich Keunecke aus Hehlen heiratete 1919 Minna Schütte aus Esperde und eröffnete eine Schneiderwerkstatt in der ehemaligen Gastwirtschaft Weßling Nr. 30 die damals Stichnothe gehörte. Schneider Keunecke kaufte das Haus 1930.
Der Sohn Heinrich erlernte auch das Schneiderhandwerk und führte dieses weiter bis 1963.
Als Damenschneiderin war Auguste Fischer Nr. 77 von etwa 1928 - 1961 tätig. Frau Fischer war taubstumm und modischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen.
In Kriegs- und Notzeiten hat sie vielen geholfen. Frau Lina Beye Nr. 20 hat als Weißnäherin bei ihren Kunden im Haus gearbeitet. Durch die großen Familien und die vielen Bediensteten auf den Höfen hatte sie eine gesicherte Stellung. Von 1935 - 1950 hat Frau Gerda Kohlenberg, geb. Gesterling als vollausgebildete Schneiderin modische Damenoberbekleidung und Änderungen für ihre Kundinnen ausgeführt.
Ab 1950 hatte, der bei Schneidermeister Keunecke gelernte, Friedrich Meyer Nr. 60 eine Schneiderwerkstatt eingerichtet und auch sein Auskommen gefunden. In der 70er Jahren stellte er seine Tätigkeit ein.