7.2 Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Esperde
Cornelia Stibbe-Bock
Chronik des Vaterländischen Frauenvereins „Rotes Kreuz „ Esperde.
Vereinsgründung
Als die Welt noch im tiefsten Frieden lag, die Luft ohne Sprengstoff und frei von Atomenergie war, begaben sich an einem Novemberabend drei junge Frauen, vorsorglich in riesige, mollig warme, mit Schafpelz verbrämte „Abendmäntel“ gehüllt und ausreichend mit Decken versehen, per Kutsche und Laterne aber ohne das später so notwendig gewordene Katzenauge, unter dem Schutz ihrer Ehemänner zu ihrer benachbarten Gemeinde.
Börry war es, womit man von ganzem Herzen harmonierte. Waren doch die Beziehungen zwischen Esperde und Börry durch ihre Geistlichen sehr eng, und man gehörte eben zueinander.
Ebenfalls erschienen die führenden Vertreterinnen der Nachbardörfer Bessinghausen – Brockensen und Latferde drüben in der Superintendentur, zu der man eben gemeinsam geladen war. Frau Superintendent Boes war in rührender Weise bemüht, mit ihrem so penibel zubereiteten Kaffee die durchfrorenen Gäste aufzutauen, während ihr Gatte mit Unterstützung von Herrn Pastor Schmidt dasselbe auf geistigem Gebiet versuchte. Man horchte allgemein auf, man wog überlegend ab und stimmte nickend zu. Viel weise Dinge wurden beraten und beschlossen und für notwendig gehalten, und damit wurde das Rote Kreuz im Kirchenkreis Börry geboren.
Versäumen wir es nicht die Namen der drei mutigen Esperder Damen der Chronik anzuvertrauen. Es waren in Reihenfolge ihres Alters:
Frau Sporleder – Frau Wieting – Frau Falke
Gewesen am 26.Nebelung im Jahre 1912.

Beleg zur Geburtstagsgabe an die Kaiserin 1915
Nachdem man die Strapazen dieser abendlichen Exkursion überstanden hatte, sprach man sich alle diese Neuigkeiten in seiner Nachbarschaft vom Herzen. Man sprach von der Vereinsneugründung dem Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz, wie es noch nie vorher besprochen war. Man hörte vom jüngsten Beschluss, man horchte auf, man wog überlegend ab und stimmte nickend zu. Und als der Frühling ins Land kam, erkannte er sein Esperde kaum wieder, in welchen sich ein reges Grüppchen im Vaterländischen Frauenverein zusammengeschlossen hatte. Man war gewillt zu helfen bei Klein und Groß, bei Krank und Arm.
So geschah es, dass eines Tages der vom ganzen Esperde damals so sehr geschätzte und heute noch nicht vergessene Pastor Schmidt mit großen Schritten um die umfangreiche Wietingsche Regentonne bog, die jahraus jahrein jeder Besucher des Schulhauses zunächst zu passieren hatte. Herrn Pastors Besuch sollte heute vor allem Frau Wieting gelten. Er wollte erfragen, obwohl ein helfendes, weibliches Wesen in Vorschlag gebracht werden könne, das bereit und fähig wäre, die Kranken des Dorfes und der benachbarten Gemeinden zu pflegen.
Es erwies sich als glückliche Fügung, dass Herrn Pastor Schmidts Weg gerade zum Schulhaus führte. Denn Frau Wietings Rat wurde segensreich für uns alle. Nichts war natürlicher, als dass Frau Wieting sogleich an ihre als Diakonissenschwester ausgebildete Schwägerin, Fräulein Johanna Wieting dachte, die dann sehr bald nach Börry zog, um von da aus als freie Schwester den ganzen Kirchenkreis, der gleichzeitig das Gebiet unseres Vaterländischen Frauenvereins war, zu betreuen. Die Art wie Schwester Johanne zu helfen verstand, wird uns allen unvergesslich bleiben, und es wird unmöglich sein, dass in Worte zu fassen, was sie alles für uns tat. Ihr Erscheinen im Krankenzimmer allein brachte schon Beruhigung und Erleichterung mit sich.
Jeder Kranke wurde nach seiner Art angefasst: “Na, Oma, will dat denn gar nich mär?“ Solche Worte bewirkten oft Wunder. Durch Regen und Schnee, durch Kälte und Sturm fand Schwester Johanne den Weg unermüdlich, ihre eigene Gesundheit nicht achtend zu uns, ohne irgendwelches Fahrzeug fast 25 Jahre lang.

Zeitungsartikel zum 25-Jährigen Jubiläum
Unsere Gedanken sind eben der Zeit etwas reichlich vorausgeeilt. Gedenken wir jetzt der schönen Winterabende von denen in früherer Harmonie und Ahnungslosigkeit die ersten Versammlungen des damaligen Vaterländischen Frauenvereins abgehalten wurden. Herr Pastor Schmidt, unser damaliger Pastor von Niederbörry und Esperde, hat mit seiner Gattin so manchen Weg zu uns gemacht. Mit Gesang, Spiel und allerlei Kurzweil wussten sie die Gemüter der Esperder zu erfreuen. Waren beide sowieso schon sehr in der Gemeinde verwurzelt, und hatte manches schöne und umfangreiche Paket aus der Pfarre das Leid dieser oder jener Familie überwinden geholfen. Ruhig und bemessen war Herr Pastor Schmidts Art, mit klaren und bestimmten Worten verstand er Kranke zu trösten, mit kurzen und knappen Worten brachte er die Jugend auf den rechten Weg, während uns Frau Pastor als lebhaft, heiter und immer verbindend in Erinnerung bleibt.
Ein rührender Helfer im Sinne unseres Vereins war schon damals Herr Kantor Wieting, der Hand in Hand mit Herrn Pastor Schmidt für uns arbeitete. An den Versammlungsabenden trug Herr Wieting ganz besonders zur Gemütlichkeit bei. Durch gesangliche Vorträge, Vorlesen oder Klavierspiel verstand er alle Mitglieder zu fesseln und zum Wiederkommen anzuregen.
Wenn wohl zwar nicht lückenlos und nicht unbedingt genau, so sei trotzdem versucht zu sagen, wen der damalige Kreis schon umfasste. Da waren zunächst die drei Gründerinnen Frau Sporleder, Frau Wieting und Frau Falke. Dann kamen bald hinzu: die alte Frau Gerling, Frau Ecke-Beye, unsere ulkige Frau Pötze, Frau Emma Grupe, Frau Anna Düvel, Frau Alwine Schütte, Frau Eickhof, Frau Nagel, Frau Schacht, Frau Lina Sporleder, Frau Friedrich und Frau Wilhelm Kohlenberg, Frau Karl Weßling, Frau Konrad Düvel, Frau August Ricke, Frau Auguste Ricke, Falken-Tante neben der Schule, Frau Metje.
Dann kommen hinzu: Frau Sander, Frau Stichnothe, Frau Müller-Grupe, Frau Hobein, die sangesfreudige Frau Schlachter-Meyer.
Auch Herr Falke, Herr Sporleder und Herr Nagel schenkten dem Verein ihre Gunst. Später kamen Herr Göhmann, Herr Gerling, Herr Winter und Herr Leweke dazu.
Aber eines Tages rief Ihre Majestät die Kaiserin zu ernster Arbeit auf. Die Schüsse von Sarajewo waren gefallen. Über Nacht wurde dem Vaterländischen Frauenverein klar, was zu tun war.
Es hieß jetzt Strümpfe, Schals, Handschuhe und Kopfwärmer, letztere nach ganz bestimmten Rezepten, zu stricken. Fristwärmer durften nicht fehlen. Man zupfte Schärpen. Man nähte Verbandstoff und Binden. Manches Bettlaken musste daran glauben. Es wurde gesammelt, was zu sammeln war. Und der Eifer war wirklich groß. Und so klein unser Dorf ist, so gut war manchmal das Ergebnis. Man sammelte Berge von Konserven, Lebensmittel und Garderobe und erntete auch manches Lob.
Zwischendurch waren Vorstandssitzungen vom ganzen Kirchspiel, wozu dann die so sehr mit der Kutsche vertrauten Gründerinnen fuhren. Man beriet und beschloß emsig bis in die Nacht hinein, bis man endlich die Heimfahrt antrat. Im Fond saßen in Decken verpackt unsere Damen, abgespannt und ein kleines Nickerchen machend, während vorne die Ehemänner paffend thronten, dennoch bemüht, ihre besseren Hälften sicher nach Hause zu fahren. Plötzlich scheuten die Pferde und eine grobe Stimme rief unseren feschen Männern ein donnerndes “Halt“ entgegen. Aufrichtig und aus dem Schlafe geweckt und zu Tode erschrocken, sahen sich die Damen fragend an, soweit sie sich überhaupt noch sehen konnten. Bald klärte es sich auf. Man war auf eine Streife gestoßen, die russische Spione suchten. Obgleich das Gewissen rein war, musste man es sich gefallen lassen, dass das Gefährt gründlichst durchsucht wurde, was vielleicht nicht ganz ohne Quieken abgegangen ist. Näheres wurde den Daheimgebliebenen leider nicht berichtet. Ob diese ganze Angelegenheit von allzu eifrigen Vaterlandsverteidigern oder von schabernackschen Nachbarn inspiriert war, wurde der Nachwelt nicht überliefert. Wir sehen aber, dass diese nächtliche Fahrt auch ihren besonderen Reiz hatte!
Als Herr Pastor Schmidt nach Heinsen gezogen war, den unsere besten Wünsche begleiteten, kam nunmehr Herr Superintendent Seidel zu uns, und übernahm unsere Führung, der man sich gern anvertraute. Besonders Frau Seidel besuchte in rührender Weise unsere Kranken. Herr Superintendent Giesecke, der Nachfolger von Superintendent Seidel wurde, war in komplizierterer Zeit bei uns und hatte mancherlei Schwierigkeiten, die sich in der neuen Staatsform ergaben. Da vom Roten Kreuz die überkonfessionelle Stellung betont werden musste, war die Kirche gezwungen abzulehnen weiter unser Schutzpatron zu bleiben. Freilich wollte sie uns in der Frauenhilfe aufnehmen. Aber das Rote Kreuz wollten wir dennoch nicht fallen lassen. Die Abende unter Herrn und Frau Superintendent Gieseckes Leitung hatten sonst immer ein besonders fröhliches und humorvolles Gepräge, an die wir oft und gern zurückdenken.
In den nächsten Jahren waren wir nun ganz auf uns allein gestellt und richteten uns nun nach den Anordnungen, die wir von Hameln bekamen. Zunächst hatte den Vorsitz Frau Alwine Sporleder, die ihn 27 Jahre lang mit Lust und Liebe und größter Gewissenhaftigkeit versah. Als sie dann aufhörte, versah diesen Posten , wer es zeitlich schaffen konnte. Er wechselte zwischen Herrn Nagel, Frau Gerling, Herrn Lehrer Fischer und Frau Brockmann. Und es klappte immer gut!
1937 fand im Dorf ein Ausbildungskursus für Helferinnen statt, wobei die Beteiligung ganz rege war. Seit dieser Zeit stellte sich Fräulein Lina Beye in unserer Gemeinde zur freiwilligen Unterstützung der Gemeindeschwester Börry zur Verfügung. Im Krieg wurde dann ihre Arbeit ein Vielfaches. Da sich bei uns im Dorf kein Arzt befand, war mancher von uns dankbar, durch sie Hilfe bekommen zu haben. Nach dem Kriege dann hat Fräulein Beye als Gemeindehelferin allein gewirkt, wie sie das mit großer Gewissenhaftigkeit und rührender Geduld bis heute tut.
Nachdem unser Verein 1937 sein 25jähriges Bestehen bei einer Mitgliederzahl von ca. 50 Personen hat feiern können, versuchte er nun im zweiten Weltkrieg zu leisten, was er irgend konnte. Es wurden zum Beispiel Flaschen gesammelt, Obst gesammelt, gemostet, ferner Obst und Gemüse herangeschafft und konserviert. Frauen trugen Lebensmittel jeder Art zusammen. Ein anderes mal backte man Waschkörbeweise. Auch Bettwäsche, Decken, Hausschuhe, Wärmflaschen und sonstige warme Dinge wurden verlangt und wieder Rat geschafft. Und immer wieder waren die Mitglieder bereit, wenn man sie rief. Dafür erntete der Ortsverein manches Lob von oben und wenn es vom Ortsgruppenleiter selber war. Helfend und gebend handelte man aus Liebe zum Werk. Und wenn es sich um das manchmal etwas unbequeme Kochen handelte, es wurde eingerichtet. Zum Schluss seien noch zwei kleine fleißige Helferinnen erwähnt, jetzt Konfirmandinnen, die seit drei Jahren kassieren, sammeln und ansagen und immer wieder gefällig sind, unsere Marlies und Ilse.
„So lasset uns nun weiterhin gemeinsam Liebe üben! Noch Außenstehende aber, die noch nicht in unseren Reihen sind, werden gebeten, aufzuhorchen, überlegend abzuwägen und zuzustimmen.“
1952 Der Chronist Christa Wellhausen.
Esperde, den 26.11.1952
Den Jubilaren und dem Ortsverein weiterhin viel Glück und Erfolg: Karl Kuntz
Wir sangen nach langen schweren Jahren „Einigkeit und Recht und Freiheit“ :Hanna Meyer
Der freundlichen Einladung Folge geleistet zum 40jährigen Bestehen des Roten Kreuzes
Witwe Else Giesecke, Börry, Alwine Sporleder, Lina Falke, Frau Nagel, Mathilde Nagel, Anna Düvel, Frau Sander, Anna Valerius, Ilse Schlüter, Irma Schlüter, Marlies Bögeholz, Elfriede Wittkopp, Elfriede Albrecht, Ilse Grupe, Hertha Schütte, Helene Sporleder, Marie Düvel, Margarete Leweke, Frieda Leweke, Ella Bögeholz, Hertha Behnert, Anneliese Bögeholz, Elsbeth Sander, Irmgard Becker, Anita Schottel, Thea Tonne geb. Wieting, Frieda Schlüter, Frau Schacht, Frau Beye, Emilie Brockmann, Lina Kick, Marie Gesterling, Minna Prelle, Rieke Strüber, Lina Beye, Else Gerling, Magdalene Schmalkuche, Johanne Oerke, Christa Wellhausen, Gertrud Krüger aus Hameln, Johanne Beck aus Tündern, Friedel Seutemann, Hanna Köhler, Luise Spier, Irmgard Starck, Grete Nagel, Hilmar Hucke, Marga Seifert, Lina Heinemeyer, Martha Tegtmeyer, Anna Menzel, Berta Schulze, Elisabeth Schramm, Hanna Diekmann, Elli Menzel, Maria Laubstein, Ida Bengs, Anna Idel, Marie Damrau,
Zum 50jährigen Bestehen 1962 schrieb Frau Hanna Meyer :
Tein Jahr dat is `ne lange Tiet
Wenn man se vor sick liggen süht
Tein Jahr dat is `ne korte Spann
Kiekt man de Tiet von achters an.
Blitzschnell, so wie im Handumdrehn
Tat auch für uns die Zeit vergehn!
Trotz aller Klippen im Weltgeschehn
Ließ der Herrgott die Jahre in Frieden bestehn.
Neue Mitglieder sind währenddem zu uns gekommen
Viel liebe Menschen hat die Zeit uns genommen
Sie hatten das Herz auf dem rechten Fleck
Und sind nun aus unserem Kreise jetzt weg.
Manch Lücke ist während der Jahre entstanden
Es gab Probleme, die schwer wir empfanden
Doch wiederum meldeten sich neue Kräfte
Für unsere schwierigen Amtsgeschäfte.
Seit Jahren Frau Spier im Verein uns regiert
Und um und ein glückliches Zepter führt.
Aber Frau Wellhausen nicht zu vergessen
Sie hat lange Zeit den Vorsitz besessen!
Frau Spier denkt an alles zu jeder Zeit
Und wirkt und schafft und ist hilfsbereit.
Luise ihren Mann jetzt steht
Nichts achtlos an ihr vorüber kann geht.
Sie stets der Alten und Kranken gedenkt
Denen sie gern etwas Freude dann schenkt.
Die Weihnachtsfeier in jedem Jahr
Für diese ein rechtes Vergnügen war
Beschenkt von dem guten Nikolaus
Ging man mit süßen Päckchen nach Haus.
Jetzt beginnt die Weihnachtszeit
Und zum Schenken ist`s so weit.
„Lebensmittel, warme Sachen
Können drüben Freude machen!“
Hieran mahnt uns jetzt Frau Spier
Und wir nehmen`s an von ihr.
Mit Paketen nach dem Osten
Ist sie immer auf dem Posten.
Sammlungen so mancher Art
Blieben uns auch nicht erspart
Eine große Hilfsaktion
Half dem nassen Hamburg schon.
Als die Fluten so vermessen
Sich bis Wilhelmsburg gefressen.
Natürlich war zu jener Zeit
Ein Jeder gerne hilfsbereit.
Helfen ist der Sache Sinn
Drum sind wir im Verein drin.
Manchmal kam der Kreisverband
Abends raus zu uns auf`s Land
Und es war besonders schön
Konnten wir dann Filme sehn.
Anfangs war es noch Herr Reuter
Später war Herr Tautz der Leiter.
Frau Wiefel dann und Fräulein Bätz
Betreuten uns in Liebe stets.
Doch bei allem Ernst im Leben
Freude muß es auch mal geben.
Und in all den letzten Jahren
Sind wir manchmal ausgefahren.
Was es auch zu sehen gibt
Das schönste war der Sessellift.
War auch der Himmel mal verhangen
Der Humor ist niemals ausgegangen.
Wenn wir die letzten zehn Jahre besehen
Das Leben im Verein war stets sehr schön.
Möge es immer in Zukunft so sein
Wünschen wir alle dem Verein.
Dazu sei der Frieden vor allem erbeten
Dies wünschen besonders noch Eure Poeten.
Esperde, den 26.November 1962

Ausflug des DRK Anfang der 60er Jahre
Hintere Reihe v. l.: Frau Wedekind, Frau
Krasselt, Hanna Köhler, Ilsa Albrecht,
Frau Valerius, Marga Seiffert, Anita Schottel
Dritte Reihe v. l.: Hertha Schütte, Ilse Grupe, Margarethe Leweke, Alma Köhler,
Martha Gödecke,
Frau Hoffmann, Marie Scharpenberg, Maria Düvel, Lina Beye, Thea Spier, Mathilde
Kollatz
Zweite Reihe v. l.: Hanna Schmalkuche, Emilie Brockmann, Erna Gutsche, Erika
Leweke, Selma Niebisch, Erna Wedemeyer, Erna Schacht, Gerda Kohlenberg, Inge
Reese
Vordere Reihe v. l.: Hertha Behnert, Edith Grupe, Lucie Drüner
1982 feierte das Deutsche Rote Kreuz sein 70jähriges Bestehen mit vielen Gästen und von da ab schrieb Frau Elisabeth Schramm an der Chronik weiter.
Ein Gedicht, aus der Feder von Elisabeth Schramm, das auf der Gästeliste steht:
Wo die Ilse plätschert zwischen Dreisch und Feld
Da liegt unser Dörfchen, da ist unsere Welt
Wo vom Hagen schaut man weit ins Tal hinaus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo vom Römerstein man bis zum Eichberg schaut
Wo am Lindenbrink man neue Häuser baut.
Wo der Bäcker bringt die Brötchen noch ins Haus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo am Butterbrink die Heckenrosen blüh`n
Wo die Segelflieger ihre Kreise zieh`n
Wo zur Hohenhorst führt ein steiler Weg hinauf
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo am Heyerstieg die Jäger geh`n zur Jagd
Wo man reiche Beute mit nach Haus gebracht
Wo man manchem Keiler machte den Garaus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo am Forellenteich die hohen Pappeln steh`n
Wo die Liebespärchen gern spazieren geh`n
Wo die Petrijünger werfen ihre Netze aus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo die Feuerwehr zweimal im Monat übt
Wo es „Zur Alten Post“ ein kühles Blondes gibt
Wo man trinkt sein Bierchen in zwei Zügen aus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo man Vatertag geht gern in die Natur
Wo der Gesangverein streift dann durch Wald und Flur
Wo man feiert froh im Dorfgemeinschaftshaus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo man Urlaub auf dem Bauernhofe macht
Wo man Karneval vergnügt ist, singt und lacht
Wo der Frohsinn löst stets große Freude aus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo die Reiterei der Jugend Freude macht
Wo im Herbst man rüstet zur Hubertusjagd
Wo man viele Preise brachte mit nach Haus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo das DRK aktiv und rege ist
Wo man immer hilft wo Not und Elend ist
Wo man führte schon so manche Sammlung aus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
Wo die alte Schule bei der Kirche steht
Wo die Jugend jetzt zum Kindergarten geht
Wo die Glocken läuten schon jahrein jahraus
Da ist unsere Heimat, da sind wir zu Haus.
In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg war der Ortsverein nicht untätig. Man sammelte Geld, Kleider, Lebensmittel und Spielsachen. Der Ortsverein beteiligte sich an vielen Hilfsaktionen für viele Länder: z. B. Estland, Russland, Rumänien, Kroatien, Polen, Slowenien, Bulgarien usw. .
Lebensmittel und Päckchen wurden für die Menschen rund um Tschernobyl gepackt, besonders gefragt waren Milchpulver, Zucker und Mehl. Auch hatten wir Jugendliche, aus dem Gebiet rund um Tschernobyl, bei uns in Esperde zu Gast, mit denen wir eine Ausflugsfahrt in das Wisentgehege Springe unternahmen.
Spielzeugpäckchen zu Weihnachten wurden für Kinder in Bulgarien gepackt, das Ergebnis war großartig.
Der Basar zur Aufklärung und Bekämpfung von Landminen in Afghanistan war ein voller Erfolg. Die Anti- Personen- Minen - Kampagne sollte vor allem Kindern zu neuen Beinprothesen verhelfen.
Dieses sind nur einige Beispiele für die Beteiligung an den großen Hilfsaktionen
des Deutschen Roten Kreuzes.
Auch zahlreiche Blutspenden wurden durchgeführt. Bis heute konnten wir ca. 1353 Spender begrüßen. Die erste Blutspende war am 3. März 1962 mit 110 Spendern.
In diesen Jahren kam natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Es wurde Theater gespielt, schöne Fahrten unternommen und viele interessante und gemütliche Mitgliederversammlungen abgehalten, viele Basare organisiert, um Geld zu sammeln, um die vielen Hilfsaktionen des DRK-Kreisverbandes zu unterstützen..
Unser Ortsverein zählt im Jahre 2000 87 Mitglieder.
Den Vorsitz in den Jahren hatten inne: Frau Alwine Sporleder, im Wechsel führten den Vorsitz Herr Nagel, Frau Gerling, Lehrer Fischer und Frau Brockmann. Danach ging es weiter mit den Vorsitzenden: Frau Christa Wellhausen, Frau Luise Spier, Frau Johanna Gerling, Frau Marie Düvel, Frau Jutta Meine und bis heute Frau Cornelia Stibbe-Bock.
Im Jahre 1992 wurde der Seniorennachmittag ins Leben gerufen. Am 20.Oktober fand der erste Nachmittag statt. Es wurde ein voller Erfolg und ist bis heute nicht aus unserem Ortsverein wegzudenken. Im Gasthaus zur „Alten Post“ trifft man sich im Winterhalbjahr, einmal im Monat, um Kaffee zu trinken, um Geschichten und Gedichte zu hören und zu erzählen, um Lieder zu singen und was sehr gut ankommt die Bewegung im Sitzen. Im Sommer unternimmt man Fahrten oder man trifft sich zu einem Grillabend. Die Nachmittage sind immer gut besucht, jeder fühlt sich wohl und geht erfüllt nach Hause.
Im Januar 1993 trafen sich einige Frauen, um für das bevorstehende Jubiläumsfest einige Tänze einzustudieren. Dieses machte den Damen so viel Spaß, dass sie jemanden aus diesem Kreis zur Ausbildung nach Bad Pyrmont schickten. Die Tanzgruppe ist auch ein fester Bestandteil unseres Ortsvereins geworden und nimmt an vielen Veranstaltungen im Dorf und auch im Rahmen der Emmerthaler Woche und des Börryer Museumsfestes teil.
In diesem neuen Jahrtausend heißt das Motto des Deutschen Roten Kreuzes
„ Abenteuer Menschlichkeit“
So vielfältig die Aufgaben auch sind, die das Deutsche Rote Kreuz bundesweit ausübt, durch die sieben Grundsätze bilden alle Bereiche eine Einheit, die unser Selbstverständnis und unser Leitbild definiert. Lassen wir uns alle ein auf das Abenteuer Menschlichkeit und nach einem Zitat von Henry Dunant: Helfen, ohne zu fragen, wem!
Die sieben Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes:
Menschlichkeit Aus dem Wunsche heraus entstanden, die Verwundeten auf den Schlachtfeldern zu betreuen, bemüht sich das Rote Kreuz auf internationaler Ebene, menschliches Leiden unter allen Umständen zu verhüten und zu lindern. Es ist bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen sowie die Ehrfurcht vor dem Menschen hochzuhalten. Es fördert gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und eine dauerhaften Frieden unter allen Völkern.
Unparteilichkeit Es macht keinerlei Unterschied zwischen Staatsangehörigkeit, Rasse, Religion, sozialer Stellung und politischer Zugehörigkeit. Es ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen und bei der Hilfe den dringendsten Fällen den Vorzug zu geben.
Neutralität Um sich das allgemeine Vertrauen zu erhalten, enthält sich das Rote Kreuz zu allen Zeiten der Teilnahme an Feindseligkeiten wie auch an politischen, rassischen, religiösen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen.
Unabhängigkeit Das Rote Kreuz ist unabhängig. Obwohl die nationalen Rotkreuzgesellschaften den Behörden bei ihrer humanitären Tätigkeit zur Seite stehen und den jeweiligen Landesgesetzen unterstellt sind, sollen sie dennoch eine Eigenständigkeit bewahren, die ihnen gestattet, jederzeit nach den Grundsätzen des Roten Kreuzes zu handeln.
Freiwilligkeit Das Rote Kreuz ist eine Einrichtung der freiwilligen und uneigennützigen Hilfe.
Einheit Es kann in einem Land nur eine Rotkreuzgesellschaft geben. Sie soll allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit über das gesamte Gebiet erstrecken.
Universalität Das Rote Kreuz ist eine weltumfassende Institution, in der alle Gesellschaften gleiche Rechte haben und verpflichtet sind, einander zu helfen.
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